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Stadtteilporträt: Walsum

Das Walsumer Gebiet ist seit Urzeiten besiedelt. Hiervon zeugen zahlreiche Bodenfunde. Urnenfelder der Bronzezeit und Reste einer germanischen Bauernsiedlung des 2. nachchristlichen Jahrhunderts. Ein großes Gräberfeld der fränkischen Zeit wurde bei der Anlage des Walsumer Zechenhafens 1934 aufgedeckt. Aus dieser fränkischen Zeit, also aus dem 7./8. Jahrhundert n. Chr. stammt auch der Name Walsum, der schriftlich allerdings erst im 12. Jahrhundert in den Formen Walsheim, Walshem oder Walsem überliefert ist, die die alte und charakteristische Endung auf die Silbe -heim noch deutlich erkennen lassen.

Aus der fränkischen Zeit könnten indessen die Reste eines frühen romanischen Steinbaus stammen, auf denen im 13. Jahrhundert eine Kirche errichtet wurde und auf deren Fundamenten zwischen 1881 und 1883 die heutige St. Dionysius Kirche erbaut wurde. Das Kirchspiel Walsheim wird um 1250 zuerst erwähnt, und 1282 schenkte die Edelfrau Mechtild von Holte dem Johanniterorden die Kirche in Walsum zu einer Niederlassung. Durch eine Anzahl von Stiftungen, die dieser Johanniterkommende zuteil wurde, übertraf sie bald an Bedeutung die 130 Jahre ältere Johanniterniederlassung in Duisburg. Die Geschichte Walsums verlief, wie auch in Hamborn oder Meiderich, in geruhsamen bäuerlichen Bahnen, bis kurz nach der Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung auch auf diesen Raum übergriff.

Am Anfang dieser Entwicklung steht Daniel Morian, der 1858 die Mutung für die Kohlefelder "Hamborn VII" und "Hamborn VIII" einlegte. Bis 1890 war die Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Hamborn in die Hand von August Thyssen übergegangen, dessen treibende Kraft auch die Schachtanlage Wehofen und das Verbundbergwerk Walsum entstehen ließen. In der Wirtschaftsgeschichte Walsums kommt daher dem Bergbau eine besondere Bedeutung zu. Für die erste Thyssen’sche Schachtanlage, lagen bereits im Jahr 1903 Pläne vor. Am 1. Juli 1913 wurde die Förderung auf der Schachtanlage Wehofen in der unmittelbaren Nähe Walsums aufgenommen. Mit dem Bau dieser Doppelschachtanlage setzte auch der erste Bergarbeiter-Wohnungsbau in Walsum ein. Während die Schachtanlage Wehofen schon nach kurzer Betriebsdauer wieder stillgelegt wurde, war die Entwicklung des des Verbundbergwerks Walsum, dessen Ursprünge ebenfalls bis in das Jahr 1904 zurückreichen, zunächst durch Abteuf- und Ausbauschwierigkeiten blockiert. Dann wurden die Vorarbeiten durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen, später aber wieder fortgesetzt. Erst 1939 wurde hier die Kohleförderung aufgenommen. Das Bergwerk Walsum zählte zu den modernsten und kostengünstigsten Bergbauanlagen des Ruhrreviers. Der von der Gutehoffnungshütte Oberhausen angelegte Hafen Walsum konnte 1905 seinen Betrieb aufnehmen.

1897 wurde die Niederrheinische Zellstoff-Aktiengesellschaft in Walsum gegründet, die sechs Jahre später von der Aschaffenburger Zellstoffwerke AG übernommen wurde. 1962 errichtete auf dem erworbenen Gelände der ehemaligen Aschaffenburger Zellstoffwerke AG , die Haindl Papier GmbH ihre Papierfabrik Walsum. Sie verfügt heute über große und leistungsfähige Papiermaschinen, die mit ihren Produktionskapazitäten hochwertiger Papiere für die internationale Zeitschriftenindustrie ein Zentrum der westdeutschen Papiererzeugung darstellt.

Bereits 1894 bemühten sich die Bürger Walsums, das damals zur Landbürgermeisterei Dinslaken gehörte, bei der Regierung um ihre Selbständigkeit. Diese Bemühungen führten erst 10 Jahre später zum Erfolg: Im November 1904 verfügte die Regierung die Selbständigkeit Walsums zum 1. April 1905.

 

 

aus: Duisburger Journal